— 18—
den und vermaͤhlt ſie eben ſo wunderbar und un⸗ aufloͤslich. Derſelbe Fall tritt ein, wo der aͤchte Dichter und der aͤchte Muſiker in Einem Werke
zuſammentreffen. Doch allein, verfehlen auch die
ſuͤßeſten Klaͤnge mein Herz; ſie ſtreifen nur leicht hin an mir, weil die magiſche Kraft der Begeiſte⸗ rung ihnen abgeht, wie den, zuweilen ebenfalls recht anmuthigen, Toͤnen der Aeolsharfe.—
Kein weiteres Rechten hieruͤber! ſprach Senner. Koͤnnt ihr doch nicht dafuͤr, daß euch, nach dem Ausdrucke eines hochverehrten, leider, nicht mehr un⸗ ter den Lebenden wandelnden Tonſetzers: jenes „geiſtige Ohr“ ermangelt, welches„mit wunderba⸗ rem Vermoͤgen“ die Tongeſtalten um faßt und er⸗ faßt und ein goͤttliches Geheimnis iſt, das, nur der Muſik rein angehoͤrig, dem Laien unbegreiflich bleibt*). Erinnert euch, Profeſſor, wie ihr vorigen Sommer in eurer Wohnung das alte Bild meinem Blicke entzogt, fuͤr welches mir, eurer Meinung nach, das Verſtaͤndnis abging. Nach meiner An⸗ ſicht iſt die Kunſt der Toͤne gleichſam der Abglanz
*) Bruchſtücke aus des Tonkünſtlers Leben, von Carl Maria von Weber, abgedruckt in Kinds Journale: Die Muſe, Januar 1821.


