Teil eines Werkes 
2. Theil (1828)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

17

mir vor wie Irrlichter, welche mich hin und her⸗ necken und am naͤchſten Morgen in ihr urſpruͤng⸗ liches Nichts aufgeloͤſt werden. Geſang iſt daher meine Muſik, der an Dichterworte ſich anſchließt. Moͤgen ihn auch dann meinetwegen kunſtreiche In⸗ ſtrumente aller Art noch zu unterſtuͤtzen ſtreben. Denn, wie die Farbe durch die Zeichnung, ſo koͤn⸗ nen auch die Toͤne nur durch die Poeſie ihren recht eigentlichen Zuſammenhang erſt erhalten. Mit Ei⸗ nem Worte, die Muſik ſcheint mir zur Verherrli⸗ chung der Poeſie, wie die Farbe, die an ſich nichts iſt, zur Verherrlichung der Zeichnung da und einzig ſo unendlich groß in ihrer Wirkung zu ſeyn.

Das kann ich nimmermehr zugeben, ver⸗ ſette Senner. Schon an ſich iſt die Muſik eine Rede, aber es gehoͤrt Ohr dazu, das ohne Worte ausgeſprochene Wort zu vernehmen, Ohr und Sinn und Seele.

Jedes Kunſtwerk ſprach Tippel ſoll eine Rede ſeyn, heiliger als die gewoͤhnliche. Der Zau⸗ ber in vielen alten Bildern, ihr zur Andacht und Liebe entzuͤndendes Himmelslicht, iſt ganz unabhaͤn⸗ gig von der richtigen Zeichnung und der verſtaͤndi⸗

gen Faͤrbung, aber er waltet gemeinſchaftlich in bei⸗ III. 2