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Senner zuckte die Achſeln.
Sollte von Seiten der Gerichten die gehoͤrige Nachforſchung unterblieben ſeyn?
Schwerlich, obſchon, wie bei ſolchen Gelegenhei⸗ ten gewoͤhnlich geſchieht, man es an Vorwuͤrfen nicht fehlen lies.
Der Graf kam auf Thorn zuruͤck, erzaͤhlte dem Muſikmeiſter den Vorfall, den er erſt vor Kurzem mit ihm erlebte und ſprach: Nachdem er alſo, meh⸗ rere Wochen vielleicht, in dem eiteln Vertrauen auf ſich ſelbſt, bei dieſer Angelegenheit verſtreichen ließ, macht er's vorhin hier in meinem Hauſe der Re⸗ gierung zum Verbrechen, daß ſie das Verbrechen, wovon ihr vielleicht gar nichts zu Ohren gekommen, ungehindert lies. Unmittelbar vor ihrer Ankunft, lieber Senner, legte ich dieſem Thorn oder Thoren, wie ich ihn lieber nennen moͤchte, daruͤber mein Misvergnuͤgen dar, daß ein im Rufe des Dichter⸗ talents ſtehender Mann in der weiblichen Welt ſo wenig zu Hauſe iſt, um gegen alles darin Vor⸗ kommende und darein Gehoͤrende zu verſtoßen. Trotz ſeiner Jugend erſcheint nun der Menſch als ein Ueberbleibſel aus jener, Gott Lob, verſchwundenen Zeit, wo man die Genialitaͤt eines Dichters nach


