Etwa eine Stunde zuvor iſt die Braut hinwegge⸗ gangen und nicht wieder zuruͤckgekehrt. Allenthalben wird vergebens nach ihr geſucht. Thorn ſchießt furchtbare Blicke auf Aldenheim ab. Er glaubt das Verſchwinden der Braut beruhe auf einer Abrede zwiſchen ihm und ihr. Aber die aufrichtige Art, womit der Mahler ſeine voͤllige Unwiſſenheit betheu⸗ ert, wuͤrde ſchwerlich den Leidenſchaftlichen uͤberzeugt haben, wenn nicht die Ausſage eines von den Raͤubern gebundenen und gemißhandelten Gartenarbeiters an den Tag gebracht, daß bei dem Raube große Gewalt, auch gegen die Entfuͤhrte angewendet worden.
Der Vorfall ſtiftet ſogleich in ſo weit eine Ver⸗ ſoͤhnung zwiſchen Thorn und Aldenheim, daß dieſer ſeinen Beiſtand bei der Nachforſchung anbietet. Je⸗ ner Zeuge der Entfuͤhrung, den man durch Anbin⸗ den und Knebeln zum Verrath unfaͤhig zu machen ſuchte, ſchilderte die Art wie man mit der ſchuldlo⸗ ſen Braut umgegangen ſey, ſo roh und abſcheulich, daß ſie in ſehr ſchlechte Haͤnde gefallen ſeyn mußte. Das hat denn ein allgemeines Bedauern erregt.
Und gar keine Spur waͤre von ſolch einer Graͤuelthat zu erlangen geweſen? fragte der Graf mit Kopfſchuͤtteln.


