16
durch den aus ſeinem ganzen Wandel leuchten⸗ den Geiſt Gottes recht klar beſeelt waren. Wenn es ihm aber auch immer beſſer gelang, ihr durch Darſtellung der himmliſchen Liebe den
Schmerz der Wunde zu lindern, welche ihr die
irdiſche geſchlagen hatte, zum Glauben an die Guͤte der Menſchen vermochte er ſie doch nicht zuruͤckzubringen. Derjenige Menſch, dem ſie vor allen andern vertrauen zu koͤnnen gemeint, hatte dieſes ihr allzuſchmaͤhlich vergolten.
Bei ihrer Jugend und Anmuth konnte es ihr an der regeſten Theilnahme nicht fehlen. Ihre Reize und Gluͤcksguͤter kamen unter den unverheiratheten Maͤnnern auch mit in Anſchlag. Alle Bewerbungen aber wurden von ihr abge⸗ lehnt, ſo ernſtlich abgelehnt, daß die geheime Raͤthin in Zweifel zu ge then ſchien, was wohl beſſer geweſen ſeyn wuͤrde, Caͤciliens, ihr ſo ver⸗ haßte, Verbindung mit dem Tonkuͤnſtler, oder ihr nunmehriges, nach nichts, als kloͤſterlicher Einſamkeit hinſtrebendes, Weſen.
7. Der Herbſt war ſo vergangen und der Win⸗ ter da. Am Chriſtfeſte hatte die Mutter ſich
0


