— Und er ſoll der Meinige werden?— Nein, Schwe⸗ ſter, ich war ſein nicht werth— Und jetzt bin ich's viel weniger!
Sophie. Nimm ihn nur und ſey zluelic.— Ich höre deinen Bruder!
Beaumarchais(kommt).
Wo iſt Guilbert?
Sophie. Er iſt ſchon eine Weile weg; lang' kann er nicht mehr ausbleiben.
Marie. Was haſt du, Bruder?—(aufſpringend und ihm um den Hals fallend.) Lieber Bruder, was haſt du? Beaumarchais. Nichts! Laß mich, meine Marie!
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Marie. Wenn ich deine Marie bin, ſo ſag' mir,
was du auf dem Herzen haſt? Sophie. Laß ihn. Die Maͤnner machen oft Ge⸗ ſichter, ohne juſt was auf dem Herzen zu haben.— Marie. Nein, nein. Ach ich ſehe dein Angeſicht nur wenige Zeit; aber ſchon druͤckt es mir alle deine Em⸗ pfindungen aus, ich leſe jedes Gefuͤhl dieſer unverſtellten, unverdorbenen Seele auf deiner Stirne. Du haſt etwas was dich ſtutzig macht. Rede, was iſt's?
Beaumarchais. Es iſt nichts, meine Lieben. Ih
hoffe, im Grunde iſt's nichts. Clavigo— Marie. Wie? Beaumarchais. Ich war bey Clavigo. Er iſt nicht zu Hauſe.


