Teil eines Werkes 
6. Band (1816)
Entstehung
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Sophie. Sey ruhig. Du ſiehſt blaß; ich bitte dich, meine Liebe!

Marie(anf die Bruſt deutend). Es druͤckt mich hier ſo. Es ſticht mich ſo. Es wird mich umbringen.

Sophie. Schone dich.

Marie. Ich bin ein naͤrriſches ungluͤckliches Maͤd⸗ chen. Schmerz und Freude haben mit all ihrer Gewalt mein armes Leben untergraben. Ich ſage dir, es iſt nur halbe Freude daß ich ihn wieder habe. Ich werde das Gluͤck wenig genießen, das mich in ſeinen Armen erwartet! vielleicht gar nicht.

Sophie. Schweſter, meine liebe Einzige! Du nagſt mit ſolchen Grillen an dir ſelber.

Marie. Warum ſoll ich mich betruͤgen?

Sophie. Du biſt jung und gluͤcklich und kannſt Alles hoffen.

Marie. Hoffnung! O der ſuͤße einzige Balſam des Lebens bezaubert oft meine Seele. Muthige jugendliche Traͤume ſchweben vor mir, und begleiten die geliebte . Geſtalt des Unvergleichlichen, der nun wieder der Meine wird. O Sophie, wie reizend iſt er! Seit ich ihn nicht ſah, hat er ich weiß nicht, wie ich's ausdruͤcken ſoll es haben ſich alle großen Eigenſchaften, die ehemals in ſeiner Beſcheidenheit verborgen lagen, entwickelt. Er iſt ein Mann worden, und muß mit dieſem reinen Ge⸗ fuͤhle ſeiner ſelbſt, mit dem er auftritt, das ſo ganz ohne Stolz, ohne Eitelkeit iſt, er muß alle Herzen wegreißen.