Teil eines Werkes 
6. Band (1816)
Entstehung
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Sophie. Und das verwirrt dich?

Beaumarchais. Sein Pfoͤrtner ſagt, er ſey verreist, er wiſſe nicht wohin? es wiſſe Niemand, wie lange? Wenn er ſich verlaͤugnen lieſſe! Wenn er wirklich verreist waͤre! Warum das?

Marie. Wir wollen's abwarten. 8

Benumarchais. Deine Zunge luͤgt. Ha! Die Blaͤſſe deiner Wangen, das Zittern deiner Glieder, Alles ſpricht und zeugt, daß du das nicht abwarten kannſt. Liebe Schweſter!(Faſſt ſie in ſeine Arme.) An dieſem klopfenden, aͤngſtlich bebenden Herzen ſchwoͤr' ich dir. Hoͤre mich, Gott, der du gerecht biſt! Hoͤret mich, alle ſeine Heiligen! Du ſollſt geraͤchet werden, wenn er die Sinne vergehn mir uͤber den Gedanken, wenn er rück⸗ fiele, wenn er doppelten graͤßlichen Meineids ſich ſchul⸗ dig machte, unſers Elends ſpottete Nein, es iſt, es iſt nicht moͤglich, nicht moͤglich Du ſollſt Jeriahet werden.

Sophie. Alles zu fruͤh, zu voreitig! Schon ihrer, ich bitte dich mein Bruder.

Marie(ſetzt ſich).

Sophie. Was haſt du? Du wirſt ohnmaͤchtig.

Marie. Nein, nein. Du biſt gleich ſo beſorgt.

Sophie(leicht ihr Waſſer). Nimm das Glas.

Marie. Laß doch! wozu ſoll's? Nun meinet⸗ wegen, gib her.