Teil eines Werkes 
6. Band (1816)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

46

gedreht, dieſen Paradiesvogel zu feſſeln. Du ſiehſt nicht ganz rrey/ Adelbert! Was fehlt dir? Ich— bin ganz gluͤcklich; was ich nur traͤumend hoffte, ſeh ich, und bin wie traͤumend. Ach! nun iſt mein Traum aus. Mir war's heute Nacht, ich gaͤb dir meine rechte eiſerne Hand, und du hielteſt mich ſo feſt, daß ſie aus den Armſchienen ging wie abgebrochen. Ich erſchrak und wachte daruͤber auf. Ich haͤtte nur fort traͤumen ſollen, da wuͤrd' ich geſehen haben, wie du mir eine neue lebendige Hand anſetzteſt— Du ſollſt mir jetzo fort, dein Schloß und deine Guͤter in vollkommenen Stand zu ſetzen. Der verdammte Hof hat dich Beydes verſaͤumen machen. Ich muß meiner Frau rufen. Eliſabeth!

Maria. Mein Bruder iſt in voller Freude.

Weislingen. Und doch darf ich ihm den Rang ſtreitig machen.

Goͤtz. Du wirſt anmuthig wohnen.

Maria. Franken iſt ein geſegnetes Land.

Weislingen. Und ich darf wohl ſagen, mein Schloß liegt in der geſegnetſten und anmuthigſten Gegend.

Goͤtz. Das duͤrft ihr, und ich will's behaupten.

Hier fließt der Main, und allmaͤhlich hebt der Berg an, der, mit Aeckern und Weinbergen bekleidet, von euerm Schloß gekroͤnt wird, dann biegt ſich der Fluß ſchnell um die Ecke hinter dem Felſen euers Schloſſes hin. Die Fenſter des großen Saals gehen ſteil herab auf's Waſſer, eine Ausſicht viel Stunden weit.