25
Bruder Martin, du ſagteſt recht— Ihr habt uns in Athem erhalten, Weislingen.
Weislingen(antwortet nichts, auf und abgehend.)
Götz. Seyd guten Muths. Kommt, entwaffnet euch. Wo ſind eure Kleider? Ich hoffe, es ſoll nichts verloren gangen ſeyn.(Zum Knecht.) Frag ſeine Knech⸗ te, und oͤffnet das Gepaͤcke, und ſeht zu daß nichts abhanden komme. Ich köoͤnnt' euch auch von den mei⸗ nigen borgen.
Weislingen. Laſſt mich ſo, es iſt all eins.
Gotz. Koͤnnt' euch ein huͤbſches ſaubres Kleid ge⸗ ben, iſt zwar nur leinen. Mir iſt's zu eng worden.
Ich hatt's auf der Hochzeit meines gnaͤdigen Herrn des
Pfalzgrafen an, eben damals, als euer Biſchof ſo gif⸗ tig uͤber mich wurde. Ich hatt' ihm, vierzehn Tag vor⸗ her, zwey Schiff' auf dem Main niedergeworfen. Und ich geh mit Franzen von Sickingen im Wirthshaus zum Hirſch in Haidelberg die Trepp hinauf. Eh man noch ganz droben iſt, iſt ein Abſatz und ein eiſen Gelaͤnder⸗ lein, da ſtund der Biſchof und gab Franzen die Hand, wie er vorbey ging, und gab ſie mir auch, wie ich hin⸗
ten drein kam. Ich lacht' in meinem Herzen, und ging
zum Landgrafen von Hanau, der mir gar ein lieber Herr war, und ſagte: Der Biſchof hat mir die Hand geben,
ich wett er hat mich nicht gekannt. Das hoͤrt der Bi⸗
ſchof, denn ich redt laut mit Fleiß, und kam zu uns trotzig— und ſagte: Wohl, weil ich euch nicht kannt hab⸗


