Nach herber Trennung tiefempfundnem Leiden War mir das Ufer, dem ich mich entriſſen,
Mit Wohnungen, mit Bergen, Huͤgeln, Fluͤſſen, So lang' ich's deutlich ſah, ein Schatz der Frenden; Zuletzt im Blauen blieb ein Augenweiden An fernentwichnen, lichten Finſterniſſen.
Und endlich, als das Meer den Blick um graͤnzte,
Fiel mir zuruͤck in's Herz mein heiß Verlangen; Ich ſuchte mein Verlornes gar verdroſſen.
Da war es gleich als ob der Himmel glaͤnzte;
Mir ſchien, als waͤre nichts mir, nichts entgangen, Als haͤtt' ich alles, was ich je geuoſſen.
— VIII. Die Liebende ſchreibt. Ein Blick von deinen Augen in die meinen, Ein Kuß von deinem Mund auf meinem Munde, Wer davon hat, wie ich, gewiſſe Kunde, Mag dem was andres wohl erfreulich ſcheinen? Entfernt von dir, entfremdet von den Meinen, Fuͤhr' ich ſtets die Gedanken in die Runde, Und immer treffen ſie auf jene Stunde, Die einzige; da fang' ich an zu weinen. Die Thraͤne trocknet wieder unverſehens: Er liebt ja, denk' ich, her in dieſe Stille, Und ſollteſt du nicht in die Ferne reichen? Vernimm das Liſpeln dieſes Liebewehens; Mein einzig Gluͤck auf Erden iſt dein Wille, Dein freundlicher zu mir; gib mir ein Zeichen!
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