Teil eines Werkes 
2. Theil (1835)
Entstehung
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— 51— IV. Das Maͤdchen ſpricht.

Du ſiehſt ſo ernſt, Geliebter! Deinem Bilde⸗ 3 Von Marmor hier moͤcht' ich dich wohl vergleichen; Wie dieſes gibſt du mir kein Lebenszeichen;

Mit dir verglichen zeigt der Stein ſich milde.

Der Feind verbirgt ſich hinter ſeinem Schilde, Der Freund ſoll offen ſeine Stirn uns reichen. Ich ſuche dich, du ſuchſt mir zu entweichen; Doch halte Stand, wie dieſes Kunſtgebilde.

An wen von beiden ſoll ich nun mich wenden? Sollt' ich von beiden Kaͤlte leiden muͤſſen? Da dieſer todt und du lebendig heißeſt.

Kurz! um der Worte mehr nicht zu verſchwenden, So will ich dieſen Stein ſo lange kuͤſſen,

Bis eiferſuͤchtig du mich ihm entreißeſt.

V. Wachsthum.

Als kleines artges Kind, nach Feld und Auen Sprangſt du mit mir, ſo manchen Fruͤhlingsmor⸗ gen. „Fur ſolch ein Toͤchterchen, mit holden Sorgen, Moͤcht' ich als Vater ſegnend Haͤuſer bauen!“ Und als du anfingſt in die Welt zu ſchauen, War deine Freude haͤusliches Beſorgen. „Solch eine Schweſter! und ich waͤr' geborgen: Wie koͤnnt' ich ihr, ach! wie ſie mir vertrauen!“ 5*