Teil eines Werkes 
2. Theil (1835)
Entstehung
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Aufgezogen durch die Sonne, Schwimmt im Hauch aͤther ſcher Wonne So das leichtſte Woͤlkchen nie,

Wie mein Herz in Ruh und Frende. Frei von Furcht, zu groß zum Neide, Lieb' ich, ewig lieb' ich ſie!

A*n Lunna.

Schweſter von dem erſten Licht, Bild der Zaͤrtlichkeit in Trauer! Nebel ſchwimmt mit Silberſchauer Um dein reizendes Geſicht;

Deines leiſen Fußes Lauf

Weckt aus tagverſchloſſnen Hoͤlen Traurig abgeſchiedne Seelen, Mich, und naͤcht'ge Voͤgel auf.

Forſchend uͤberſieht dein Blick Eine großgemeſſne Weite. Hebe mich an deine Seite! Gieb der Schwaͤrmerei dies Gluͤck; Und in wolluſtvoller Ruh Saͤh' der weitverſchlagne Ritter, Durch das glaͤſerne Gegitter, Seines Maͤdchens Naͤchten zu.

Des Beſchauens holdes Gluͤck Mildert ſolcher Ferne Qualen, Und ich ſammle deine Strahlen Und ich ſchaͤrfe meinen Blick;