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Hell und heller wird es ſchon Um die unverhuͤllten Glieder Und nun zieht ſie mich hernieder, Wie dich einſt Endymion.
——.. Brautnacht.
Im Schlafgemach, entfernt vom Feſte, Sitzt Amor dir getreu und bebt, Daß nicht die Liſt muthwill'ger Gaͤſte Des Brautbetts Frieden untergraͤbt. Es blinkt mit myſtiſch heil'gem Schimmer Vor ihm der Flammen blaſſes Gold; Ein Weihrauchswirbel fuͤllt das Zimmer, Damit ihr recht genießen ſollt.
Wie ſchlaͤgt dein Herz beim Schlag der Stunde, Der deiner Gaͤſte Laͤrm verjagt; Wie gluͤhſt du nach dem ſchoͤnen Munde, Der bald verſtummt und nichts verſagt. Du eilſt, um alles zu vollenden, Mit ihr ins Heiligthum hinein; Das Feuer in des Waͤchters Haͤnden Wird wie ein Nachtlicht ſtill und klein.
„Wie bebt vor deiner Kuͤſſe Menge Ihr Buſen und ihr voll Geſicht; Zum Zittern wird nun ihre Strenge, Denn deine Kuͤhnheit wird zur Pflicht. Schnell hilft dir Amor ſie entkleiden, Und iſt nicht halb ſo ſchnell als du;


