Teil eines Werkes 
12. Band (1816)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

16

des Kindes ſagſt, hat mich inniglich erfreut. Ach, das erſte Wohl⸗ oder Uebelbefinden in unſerm Daſein entſcheidet gewiß weit mehr uͤber unſer ganzes Leben, als ſich anſchlagen laͤßt! Daß Ida Dich fruͤh von jeder andern Perſon unterſcheiden wuͤrde, habe ich vermuthet: doch ſo fruͤh das ſcheint mir faſt unglaublich. Aber welches Wunder iſt der Liebe unmoͤglich? Wohl Dir, daß Du den Muth haſt, Deinem Kinde faſt ausſchließend zu leben, und daß die aͤußern Umſtaͤnde ſich ihm nicht zu ſtark ent⸗ gegen ſtemmen. Waͤre das, ſo muͤßteſt Du Ida fruͤhe gewoͤhnen, auch zur Gertrud gern zu gehen, damit nicht, wenn Du ab⸗ weſend ſeyn muͤßteſt, die Sehnſucht nach Dir ſie zur mißmuͤthig⸗weinerlichen Stimmung ge⸗ woͤhnte, oder wenn Du auf ihr Weinen immer gleich herbei kaͤmeſt, den Keim des Eigenſinnes und der Idee des Ertrotzenkoͤnnens bei ihr auf⸗ braͤchteſt. Es iſt keine Geſellſchaft denkbar, die ihr wohlthaͤtiger werden koͤnnte, als die Dei⸗ ne wenn Du wirklich immer um ſie ſeyn kannſt. Aber wie, wenn nun Deines Mannes dringende Geſchaͤfte nachlaſſen, und auch Er