Teil eines Werkes 
2. Theil (1845)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

4

117 Dieſe Leute frühſtücken im Kaffeehaus, dann plau⸗

dern ſie und ſchwatzen von Geſchäften oder Politik;

manchmal machen ſie Miene, als wollten ſie fort⸗ gehen, allein ſie bleiben doch.

Manchmal kommt ein Kaffeehausjunge und ſagt zu ihnen:Mein Herr, Sie ſollen nach Hauſe kom⸗ men... Ihre Frau Gemahlin läßt Sie bitten, zu ihr zu kommen... ſie hat mit Ihnen zu ſprechen.

Dann macht der Kaffeehausgaſt eine ungeduldige Bewegung und murmelt:Das iſt nicht zum Aus⸗ halten; man hat keinen Augenblick für ſich.

Endlich entſchließt er ſich fortzugehen; doch ſagt er noch fürſorglich:Wenn man nach mir fragt, ich werde nicht lange aus ſein.

In der That kommt der Herr auch in kurzer Zeit wieder, wie Jemand, der ſich eine Laſt vom Halſe gewälzt hat.

Wie er wieder im Kaffeehaus iſt, athmet er friſch auf, es iſt ihm wohl, er iſt glücklich, er iſt daheim... das iſt ſeine eigentliche Wohnung, und das Haus, wo er Zimmer hat, iſt für ihn nur eine Art Nie⸗ derlage, wo er ſeine Frau, ſeine Kinder und ſeine Möbeln abgegeben hat.

Er bleibt im Kaffeehaus bis zur Zeit des Mittag⸗ eſſens; die Leute, die mit ihm ſprechen müſſen, ſuchen ihn hier auf.

Manchmal begegnet es ihm, daß er in der An⸗ ſtalt ſein Mittageſſen einnimmt; es iſt zwar keine Gaſtwirthſchaft, allein er iſt zufrieden mit der bür⸗ gerlichen Küche des Inhabers.