Teil eines Werkes 
2. Theil (1845)
Entstehung
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gehen. Ein Induſtrieritter geht hinein, kommt unge⸗ ſtört an die Treppe, ſteigt hinauf und ſieht dabei nach allen Thüren; außerordentlich ſelten nur findet er eine, an der man nicht den Schlüſſel hat ſtecken laſſen; denn ein Burſche, der lange aufgeblieben iſt, ſagt zur Schließerin:„Hier iſt mein Schlüſſel, geben Sie ihn morgen meiner Bedienung, ich habe nicht Luſt, aufzuſtehen, um ihr aufzumachen.“ Morgens kommt die Bedienung; aber während ſie hinabgeht, um den Kaffee, das Brödchen und den Rahm zu holen, läßt ſie den Schlüſſel im Schloß ſtecken. Sehr oft machen es die Mägde ebenſo, oder vergißt auch die Portiersfrau, welche die Zeitungen hinaufträgt, den Schlüſſel an der Thüre, oder aber ſagt der Miethsmann ſelbſt zu ihr:„Laſſen Sie mei⸗ nen Schlüſſel außen ſtecken, daß ich nicht nöthig habe, aufzuſtehen, wenn man mich beſuchen wille...“ Trickchen lacht laut auf und ſagt:„O, ich werde nicht ſo dumm ſein, ich!“— „Sie meinen das!.. Kurz, der Induſtrieritter ent⸗ deckt einen Schlüſſel, geht an die Thüre, öffnet ſie ſehr leiſe und kommt in's Zimmer. Ein Herr liegt im Bett und ſchnarcht in vollkommener Sicherheit. Es ſteht ihm ſogar frei, zu träumen, er habe ein Goldbergwerk entdeckt, einen Millionär beerbt, ſei Unterpräfeket geworden oder man habe ihm eine Schachtel voll Nürnberger Lebkuchen geſchickt. Wäh⸗ rend er ſo angenehm träumt, nimmt der Indu⸗ ſtrieritter gewandt eine Uhr vom Nagel, ſteckt das

Paul de Kock. LXv. 6