36 zwei Tanten und einer Unzahl Vettern, ohne eine Kutſche zu rechnen, die eigentlich für einen Chara⸗ bane gelten kann. 1 Urplötzlich und wie durch Bezauberung geht eine Veränderung im Dorfe vor: Lärmen tritt an die Stelle der Stille, Bewegung folgt auf die Ruhe.
Zuerſt ſieht man neue Perſonen gehen, kommen, laufen; dann ſieht man den Schreiner, Schloſſer, Maurer mit geſchäftiger, eiliger Miene; die Wirthe des Dorfes laſſen die Vorderſeite ihres Hauſes rei⸗ nigen.
Endlich können die minder Neugierigen nicht um⸗ hin, ſich zu fragen:„Was gibt's denn im Dorfe?“
„Was geht denn vor?“
„Warum alle dieſe Unruhe?⸗
„Sie wiſſen es alſo nicht? Das Haus der Wittwe Pricot iſt verkauft; der neue Beſitzer iſt angekommen, es zu bewohnen. Er ſchreibt ſich Großholz, hat eine große Familie, drei Jungfern, von denen zwei nicht übel ſind, eine noch ſehr friſche Frau und modiſche Vettern...
„Nun, was geht das Alles uns an?“
„Der Herr Großholz iſt reich, wie es ſcheint; er läßt ſchon Alles in ſeinem Eigenthum umkeyren: er läßt bauen, einreißen, pflanzen, ausjäten... o, er will viele Verſchönerungen an ſeinem Hauſe an⸗ bringen: er beſchäftigt bereits den Maurer, den Schreiner... ja, er beſchäftigt auch den Wirth, denn man läßt Goffern und Backwerk bei ihm ma⸗ chen. Das ſind Leute, die ſehr gut leben.“


