ſo liebreich, da ſie doch insgeheim ihren Herrn Frac⸗ tin anbetet!“
Nach Verfluß eines Monats kann Girardisre ſeinem Verlangen nicht mehr widerſtehen, zu erfah⸗ ren, was die Frau Gerbois und ihre Nichte von ihm denken und treiben, welche jedenfalls ſehr ſtaunen müſſen, ihn, der faſt alle Abende ihnen Geſellſchaft leiſtete, nicht mehr zu ſehen.
„Was hindert mich, ihnen einen Beſuch abzuſtat⸗ ten,“ ſagt Girardiére,„überdieß... was habe ich
zu befürchten! da ich nun die Schliche Auguſtinens
mit Herrn Fractin kenne, ſo wird mich dieſes kleine Mädchen nicht mehr in ihre Schlinge ziehen, und da ich mich nie beſtimmt erklärt habe, ſo kann man mir auch keinen Vorwurf machen. Wohlan, vorwärts,
zu dieſen Damen! Beim Henker! ich werde mich nicht
wenig ergötzen an dem Aerger dieſes Mädchens, dem ich den Hof nicht mehr machen werde. Ich werfe ihr einige zweideutige Worte hin... und werde mich an ihrer Verlegenheit ordentlich weiden.“
Girardieère, erfreut über ſeinen Einfall, macht ſeine Toilette und ſteigt in einen Wagen, der ihn nach der Vorſtadt Saint⸗Jacques führt.
Um die Mittagsſtunde tritt unſer Eheſtands⸗Can⸗ didat in das Haus, dem er ein ewiges Lebewohl ge⸗ ſagt hat. Das Herz klopft ihm, als er die Stiege
hiinnaufgeht, es klopft noch ſtärker im Vorbeigehen
an jener Thüre, wo er Geheimniſſe belauſchte, welche alle ſeine Pläne geändert haben; endlich faßt er ein Herz und läutet bei der Frau Gerbois.


