Teil eines Werkes 
1. Theil (1845)
Entstehung
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Girardiere ſtellte ſeine Teller und ſein Brod wei⸗ ter von einander, machte es ſich immer behaglicher und ſtützte ſich mit einem Ellenbogen auf den Tiſch, als zwei Damen in den Speiſeſaal hereinkamen.

Die Eine iſt bejahrt, ihr Anzug beſcheiden, aber anſtändig, ihre Haltung die einer ehrbaren Kapita⸗ liſtin, die auf dem Lande wohnt und nur nach Paris kommt, um ihre Zinſen zu erheben.

Die zweite Perſon iſt jung; ihr friſches und ziem⸗

lich liebliches Ausſehen läßt höchſtens auf ein Alter

von neunzehn Jahren ſchließen, ihre Toilette iſt eben ſo beſcheiden als die der alten Frau, ihre Haltung ſcheint verlegen; wenn ſie in Paris lebt, ſo kann es nur in der Ecke irgend einer Vorſtadt ſein.

Dieſe zwei Damen errötheten beim Eintritt in den Speiſeſaal, wie es bei Perſonen der Fall iſt, die nicht an öffentlichen Orten zu Mittag zu ſpeiſen

gewohnt ſind; ſie wiſſen nicht, ob ſie vor⸗ oder rück⸗t

wärts gehen ſollen, ſie erſchrecken vor den vielen Gäſten, die ſie anſchauen; da beeilt ſich der Kellner, ſie an den Tiſch, wo Girardisére ſpeist, zu führen, und ſetzt ſie an den Platz, den der dicke Herr ein⸗ nahm, indem er zu ihnen ſagte:„Hier ſitzen Sie ſehr gut, ganz gut... der Herr wird die Güte haben, ſeine Teller ein wenig zurückzuziehen.“

Dieſe Anrede ging Girardière an, dem es ſehr zuwider war, an dem Tiſche nicht nach Belieben ſchalten zu können, der übrigens ſeine Teller und

ſeine Flaſche an ſich zog, weil man nicht berechtigt

Paul de Kock. XLVII. 3 3