Teil eines Werkes 
1. Theil (1845)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

29

Wie, wir ſpeiſen allein, Jeder für ſich... Ol Sie hätten ſich neben mich ſetzen ſollen. Es hätte mich ſehr gefreut.“

„Ich komme ſo eben an.“

„Nun! haben Sie die bewußte Dame beſucht? Iſt Ihr Zweck erreicht? hm... was halten Sie da⸗ von?“

„Ah ſo...'s iſt eben recht, Sie ſind ſehr artig, bezeichnen mir ein Kaffeehaus mit den Worten: die Limonadehändlerin ſei Wittfrau und wünſche ſich zu verheirathen; Sie veranlaſſen mich, ihr einen Beſuch zu machen, ich gehe hin und denke: das Anſchauen koſtet nichts! doch koſtete es mich einen Thee mit Frauenhaarſyrup! Gleichviel, ich ſehe eine ſehr hübſche, anmuthige, noch junge Frau. So lange ich meinen Thee bezahle, ſchwatze ich mit ihr am Zahl⸗ tiſche; man antwortet mir eben ſo liebreich als geiſt⸗ voll!... Ich bin entzückt... Sechs Tage hinter⸗

einander beſuche ich das Kaffeehaus, wo ich ſehr viel Geld verzehrt habe; am ſiebenten Tage endlich ent⸗ ſchloß ich mich, weiter zu gehen und der Limonade⸗ händlerin einige Vorſchläge zu machen; allein bei den erſten Worten ſchon fällt ſie mir in die Rede und ſagt: Mit wem glaubt der Herr zu ſprechen? — Mit einer liebenswürdigen Wittwe, der ich gar nicht abgeneigt wäre, mein Herz und meine Hand anzubieten.— Sie ſind ſehr artig, aber Sie irren ſich, ich bin verheirathet und habe drei Kinder.— Man hat mich indeß verſichert, die Frau dieſes Hauſes ſei eine Wittwe.— Man hat ſie nicht getäuſcht, allein