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dem einen Spiel gelangweilt, ſo muß ich auch die Luſt des andern genießen.“*⁴
Bald befiehlt man in der That den Kloſter⸗Por⸗ tier, den Nonnenkuß, die Reiſe nach Cythere, den heimlichen Kuß und andere derartige Strafen. Ein Herr, der nicht mitſpielte und, in einer Ecke des Sa⸗ lons ruhig ſitzend, ſich mit dem Zuſchauen begnügte, konnte ſich nicht enthalten, ſeinem Nachbar zu bemer⸗ ken:„Wenn ich je eine Tochter bekomme, ſo darf ſie, ſobald ſie zehn Jahre vorüber ſein wird, die Pfän⸗ derſpiele nicht mehr mitmachen.“—„Warum?“— „Weil ich nichts Unanſtändigeres, Unſchicklicheres⸗ Gefährlicheres für wohlerzogene Mädchen finde, als dieſes Küſſen, dieß vertrauliche Weſen und Verſtecken mit jungen Leuten in dunkle Zimmer oder hinter den Vorhängen, und was ich gar nicht begreifen kann, iſt, daß die meiſten Eltern dieſer jungen Leute ſie nicht in die Schauſpiele führen wollen, aus Furcht, ſie könnten dort zu leichtfertige Worte hören und zu ausgelaſſene Gegenſtände aufführen ſehen. Arme El⸗ tern! wie thöricht iſt eure Vorſicht! wie falſch denkt ihr von jenen jungen Herzen und wie unrichtig leſet ihr darin! Wenn eure Tochter oder Nichte gelacht hat, ſo meinet ihr, ſie werde Nachts davon träumen, oder gar am andern Tag noch daran denken? Nein,⸗ das Lachen iſt ein Glück, ein Vergnügen des Augen⸗ blicks, welches keine gefährlichen Folgen hat; das Lachen iſt nicht ſtrafbar, denn es iſt nicht verborgen. Man verliebt ſich nicht durch Lachen; man ſeufzt nicht, wenn man ein luſtiges Wort vernommen hat.


