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ſtrich. Dieß täuſchte namentlich⸗ wenn er nicht im Freien war; aber wenn Herr Girardière zufällig mit unbedecktem Haupte gegen den Wind ging, ſo ſah man die großen Locken, welche er mit ſo vielem Fleiß zuſammengerichtet hatte, ſich aufrichten und davon fliegen, und aller Reiz war zerſtört.
Dann dachte dieſer vexliebte Mann, welcher es zu keinem liederlichen Menſchen bringen konnte, der aber nichts deſto weniger im Grunde ſeines Herzens die Liebe für das ſchöne Geſchlecht, das Bedürfniß
zu lieben, bewahrte, dann, ſage ich, dachte er an
das Heirathen.
Lange Zeit hatte Girardière über das eheliche Band geſcherzt und über die Ehegatten geſpottet. Ue⸗ berzeugt, daß ſein Leben als Junggeſelle eine Reihe von Liebeshändeln und pikanten Abenteuern bleibe, war er Willens, es zeitlebens fortzuſetzen. Allein die Umſtände hatten ſeiner Erwartung nicht entſpro⸗ chen, und da er ſah, daß er keine Geliebte bekommen
konnte, entſchloß er ſich, eine Frau zu nehmen.
An einem ſchönen Morgen nun ſpazierte Girar⸗ diere, nachdem er ſeiner alten Mutter— die eben auf⸗ geſtanden war und ſich in einen langen Seſſel, wo ſie einen Theil des Tags zubrachte, niederſetzte— guten Tag gewünſcht hatte, im Zimmer auf und ab, huſtete mehrere Male und näherte ſich endlich, indem er zwei Locken Haare, die beharrlich auf den Kragen ſeines Frackes zurückfielen, vorſtrich, dem Lehnſeſſel ſei⸗ ner Mutter und ſagte zu ihr:„Meine liebe Mama, ich muß Ihnen etwas ſagen.“


