Teil eines Werkes 
1. Theil (1845)
Entstehung
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Lächerliche nicht verzeiht, hätte dieß Wort hingereicht, um Theophilus den Triumph über irgend ein Frauen⸗ zimmer ſtreitig zu machen. 4

Jeden Abend ſagte der arme Jüngling bei ſeiner Rückkehr nach Hauſe zu ſich ſelbſt:Es iſt außer⸗ ordentlich ſonderbar, daß ich es zu keinem liederlichen Menſchen bringen kann; ich thue doch Alles, daß ich ſo weit komme! Allein die Frauenzimmer fürchten mich, ſie weichen mir aus, aus Angſt, ſie könnten mich zu ſehr lieben.

Es blieb Girardisre ein Troſt, der uns nie fehlt, und bei dem wir immer Linderung für unſere Lange⸗ weile ſuchen. Er hatte nämlich eine gute Mutter, die ihn zärtlich liebte, an ihm alle guten Eigenſchaften und Vollkommenheiten fand, und glaubte, Jedermann müſſe ſo wie ſie denken. Girardiéère wohnte bei ſeiner Mutter, welche nicht mehr jung war und ſehr wenig ansging. Aber wenn er ſich Abends anſchickte, in die Geſellſchaft zu gehen, ſagte die gute Mutter, ihn mit Bewunderung anſehend, zu ihm:Du gehſt wohl in einen Cirkel... zu einer Abendunterhaltung? Ja, Mütterchen.Ah! Ausgelaſſener, wie ergötzſt Du Dich! wie gibſt Du Dich dem Vergnügen hin! ich wollte wetten, Du haſt auf allen Flanken Lieb⸗ ſchaften.Ah! Mütterchen.. was denkſt Du!

Bei dieſen Worten lächelte Girardisre, betrachtete ſich im Spiegel, fuhr mit den Fingern durch die Haare und legte den Kragen ſeines Fracks zurecht, währen die alte Mutter fortfuhr:O! Du wirſt es nie ge⸗ ſtehen; aber bei all' dem haſt Du recht! mache Dich