Teil eines Werkes 
1. Theil (1845)
Entstehung
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4 1⁰ Antwort, er moͤchte ſeines Weges gehen, allein er blieb ſtehen, folgte der Dame, wartete in der Straße, wo ſie in eine Bude trat, und verließ ſie nicht eher, als bis er ſie in einem Haus verſchwinden ſah; auch jetzt noch blieb er vor der Thüre ſtehen, um ſich zu verſichern, ob die Dame nicht wieder herauskomme; in der Meinung, ihre Wohnung zu kennen, bemerkte er in ſeiner Schreibtafel ſorgfältig die Hausnummer und entfernte ſich mit dem Gedanken:Ich werde öfters hier herumſpazieren, und wenn ich ſie heraus⸗ kommen ſehe, ihr nachgehen. Dies nannte Theo⸗ philus Girardière eine Eroberung. Auf dieſe Art kann ein zum Gefallen am wenigſten geeigneter Mann, ſo oft er eine Straße betritt, drei bis vier Eroberungen machen. Hiezu muß man bloß übrige Zeit aufwenden und gute Füße haben.

Als aber Herr Girardieère ſeine ſchönſten Jahre mit dem Verfolgen der langen oder viereckigen Shawls⸗ der Damenmäntel und ſelbſt der Häubchen zugebracht hatte, ohne daß ihm ein Liebeshandel gelingen und er bei den Damen ſein Glück machen konnte, ent⸗ ſchloß er ſich, höchſt betrübt über den geringen Erfolg ſeiner Verſuche, andere Mittel zu ergreifen und die große Welt zu beſuchen, in der Hoffnung, dort glück⸗ licher zu ſein, als auf den Spaziergängen und öffent⸗ lichen Plätzen.

Girardiere beſaß ein ziemlich großes Vermögen; es war ihm daher nicht ſchwer, in vielen Häuſern zu⸗ gelaſſen, zu Bällen, muſikaliſchen Abendunterhaltungen, Spielen und ſelbſt zu Raouts eingeladen zu werden.