Teil eines Werkes 
4.-6. Bdchen (1846)
Entstehung
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um zu melden, daß ein Bankett zum Empfange der Krieger bereit ſey.

Unſer Held, den wir in Zukunft bei ſeinem wahren Namen Selem Gherrei nennen müſſen, ergrief die Hand von Thaddeus.Meine ſanfte Schweſter, ſagte er. Ich will keine Zeit verlieren, Dich mit einem Manne bekannt zu machen, der unter verſchiedenen Verhältniſſen ſich als mein Freund bewährt hat, und es, wie ich hoffe, auch in Zukunft bleiben wird.

Der Freund meines Bruders iſt auch mir will⸗ kommen, antwortete ſie in türkiſcher Sprache, welche Thaddeus etwas verſtand.Ich kann mich jedoch nicht mit ſolchen Artigkeiten befaſſen, wie Sie dieſelben in Frangiſtan gewöhnt ſind. Ich habe nur wenige Worte, um meine Gefühle in der Sprache, die ich nun rede, auszudrücken.

Denke nicht ſo gering von Dir, Ina, ſagte Se⸗ lem.Mein Freund iſt einer jener edeln Polen, in deren Land, wie Du ohne Zweifel gehört haſt, die Ruſſen wie wilde Bären gehaust haben, und doch zaudert er noch, ſein Schwert gegen ſolche Feinde zu ziehen. Ich muß es Deiner ſanften Ueberredungsgabe überlaſſen, ihm Entſchuldigungen dafür beizubringen, wenn er ſich uns anſchließt? 3

Ich fürchte kaum, gegen Ihre Wünſche ungehorſam ſeyn zu können, ſchönes Fräulein, ſagte Thaddeus;ich bitte Sie deßhalb, befehlen Sie mir nichts gegen mein Gewiſſen.

Fürchten Sie ſich deßhalb nicht, antwortete Ina. Unter den Söhnen der Atteghei ſind aber die Forde⸗ rungen der Freundſchaft jeder anderen gleich. Sicher wollen Sie die Seite meines Bruders auf dem Schlacht⸗ felde nicht verlaſſen. Seine Feinde werden auch Ihre Feinde, ſeine Freunde auch die Ihrigen ſeyn.

Höoͤren Sie auf, Fräulein, halten Sie ein, rief Thaddeus ernſt.Sie werden ſonſt zu ſchnell einen