Teil eines Werkes 
4.-6. Bdchen (1846)
Entstehung
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laute, triumphirende Siegeshymne aus; dann änderte er das Thema und beſchrieb den wilden Angriff der Ruſſen, durch welchen der edle Häuptling Arslan Gherrei ſeines Weibes und Sohnes beraubt wurde; dann verfiel er in einen Ausbruch leiſen Schmerzes, der ſich nach und nach bis zur Wuth gegen die Eroberer ſteigerte. Hierauf zählte er die vielen, blutigen Kämpfe auf, in welchen der Häuptling gefochten hatte, um ſich an ſeinen Fein⸗ den zu rächen, beſchrieb dann die Ankunft des jungen Fremden, ſein Fechten an der Seite ſeines Vaters, deſſen und ſeiner Schweſter Befreiung vom Feinde durch ihn. Gegen das Ende wurden ſeine Töne ſchmelzend und pa⸗ thetiſch, als er ein Gemälde der beiderſeitigen Ueberra⸗ ſchung und Freude machte, bls ſie allmählig in eine Freudenhymne übergiengen, in welche mehrere andere Sänger von nicht geringerem Werthe einſtimmten, die nach und nach herbeigekommen waren. Auch eine Bande Mädchen verſtärkte den Chor der Barden; ſie traten vor, umgaben die Gruppe mit ihren Blumenguirlanden und ſielen mit ihren hellen, klangreichen Stimmen in die Melodie ein.

Der Barde veräuderte ſodann ſein Thema und be⸗ ſang die Rettung des jungen Polen; während ſeines Geſanges waren alle Augen auf Thaddeus gerichtet; und als Ina den Blick voll Entzuüͤckung über die Schönheit ihrer Züge und ihrer Figur, den er auf ſie heftete, be⸗ merkte, ſenkte ſie ihren Blick auf den Boden und errö⸗ thete, ſie wußte ſelbſt nicht, warum; während er, der tapfere Soldat, von demſelben verſchämten Gefühle er⸗ griffen wurde.

Der Barde hatte ſeinen Geſang beendigt, worauf eine Parthie Muſtkanten leichte und gefällige Melodieen ſpielte und viele der jungen Bergbewohner trotz der An⸗ ſtrengungen des Gefechts und des Marſches die Dorf⸗ mädchen zum Tanze führte; die Edeln ſchauten mit Bei⸗ fall zu, bis Boten aus dem Hauſe des Tocav kamen,