Teil eines Werkes 
4.-6. Bdchen (1846)
Entstehung
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Waſferfläche vor ihnen lag, die ſich in ſanften Wellen bewegte und wie polirtes Silber ausſah.

Hie und da erblickte man das weiße kleine Segel eines lelchten Schifſchens, das einem Seevogel glich, der ruhig auf dem Waſſer ſchwamm; in weiterer Ferne ſah man die höheren Segel von größeren Schiffen, welche durch den von der Hitze verurſachten Dunſt hindurch, dünnen beweglichen Säulen eines weißen Rauches glichen. Die ganze Natur ſchien zu ſchlummern. Kein menſchliches Weſen, kein ſtummes Thier war weit und breit zu ſehen. Die Segel der wenigen Schiffe, welche in der Bucht ſchwammen, hiengen an den Segelſtangen herab ohne ſich zu bewegen, ebenſo wenig regte ſich das Schiffs⸗ volk. Kein Boot war ſichtbar. Alles hatte ſich der Ruhe ergeben bis die große Hitze des Tages vorüber war.

Als die Reiſenden in die kleine Seeſtadt Varna kamen, fanden ſie die Straßen auch öde und leer, und erſt als ſie in die Nachbarſchaft der wenigen Kaffeehäuſer kamen, deren ſich der Platz rühmt, wurden einige Zeichen von Leben bemerkbar, und ſogar hier erwachten mehrere von den Hausbewohnern eben erſt von ihrem Mittags⸗ ſchlafe. In der Bude des Barbiers mochte der Meiſter ebenfalls erſt von ſeinem Schlummer erwachen, um ſeine Kunden zu bewillkommen, welche ſich jetzt einzeln lang⸗ ſam gegen ſeine Thüre bewegten, entweder um ihre Köpfe ſeiner Sorgfalt anzuvertrauen, oder um ſich mit ihren Freunden und mit Fremden zu unterhalten, welche den Ort mit Neuigkeiten verſehen konnten.

Unſere Reiſenden begaben ſich zuerſt in die Cara⸗ vanſerei, in welche man ſie addreſſirt hatte, um dort ihre Pferde abzugeben, damit ſie wieder ihren Eigen⸗ thümern zugeſtellt würden, dann begaben ſie ſich in das beſte Kaffeehaus um ſich dort durch Nahrung und Ruhe zu ſtärken.

Als ſie eintraten wachten einige wenige Gäſte, welche dort waren, auf, und blickten auf die Fremden; in kurzer

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