Teil eines Werkes 
4.-6. Bdchen (1846)
Entstehung
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18 Zweites Kapitel.

Meine Sprache! Himmel! Wär' ich doch wo man ſie ſpricht. Shakspeare.

Ungeachtet der Hitze einer Mittagsſonne, welche mit dem ungetrübten Glanze eines ſüdlichen Klima's ſchien, waren unſer Held und ſeine zwei Gefährten, welche ſeit dem früheſten Morgen wanderten, immer noch unterwegs und begierig die Kuſte zu erreichen, von der ſie nun nicht mehr ſehr ferne waren.

Sie hatten Berg nach Berg und Hügel um Hügel erſtiegen, welche von der Entfernung ſo ſteil und hoch ſchienen, daß man ſie für unerſteiglich gehalten hätte. So können oft im gewöhnlichen Leben Schwierigkeiten, die unſere Fortſchritte zu hemmen drohen, wenn man ſie nur von Weitem betrachtet, und vor denen der Feig⸗ herzige in Verzweiflung umwendet, wenn man ihnen muthig entgegentritt und ſie bekämpft, mit der Hälfte der Arbeit und Mühe, die man anfangs vermuthete, überwältigt werden.

Sie hatten eben den Gipfel eines ſteilen Berges erreicht, den ſie ſehr mühſam erklimmen mußten, als ſte einen langen ſchimmernden Streifen von ſilberartigem Glanze erblickten.

Die Seel! die See! rief Ivan; die Parthie hielt einen Augenblick an und betrachtete mit Intereſſe und Neugierde das lange erſehnte Vorzeichen der nahen Voll⸗ endung ihrer mühſeligen Reiſe.Vorwärts meine Freunde! Vorwärts! fügte er noch bei, indem er ſein Pferd zu ſchnellerem Gange antrieb, ungeduldig dieſe flüſſige Straße zu erreichen, welche ihn allein noch von ſeinem Heimath⸗ lande trennte..

Während ſie weiter ritten, wurde dieſer Streifen allmählig breiter und breiter, bis endlich eine große