Teil eines Werkes 
4.-6. Bdchen (1846)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

11

wenn ſie ihn nicht geben wollen, nehmen wir ihn. Möge das Schickſal Ihnen eine glückliche Reiſe gönnen.

Nachdem ſie dieß geſagt hatten eilten ſie weg, um über den Fluß zurückzukehren.

Gegen die Erwartung der Reiſenden heiterte ſich der Himmel wieder auf, ſobald ſie das Lager erreicht hatten; die Sterne ſchienen wieder glänzend, der Wind legte ſich, und der Sommerſturm war vorüber. Sie waren ſehr froh, Ruhe und Schutz in den freundlichen Zelten dieſes wilden Volkes zu finden, das, ſo unverträg⸗ lich es ſich auch gegen andere zeigen mochte, ſich gegen Ivan immer treu und redlich erwies. Eines von ihren kleinern mit Häuten bedeckten Zelten wurde zu Ivans Bequemlichkeit hergerichtet, und derſelbe hierauf einge⸗ laden, in daſſelbe zu treten, um auszuruhen. Der junge Conrin ſetzte ſich am Eingang deſſelben nieder, um für ſeinen Herrn zu wachen, während dieſer ſchlief; der Knabe verlangte jedoch zu viel von ſeinen Kräften, denn während er ſich einbildete zu wachen, ſenkte ſich ein feſter Schlaf auf ſeine matten Augen.

Jvan ſchlief einige Stunden trefflich, da er von den Anſtrengungen der letzten Tage und von den Sorgen wegen ſeiner Entweichung ſehr ermüdet war. Als er wieder erwachte, die Vorhänge des kleinen Zeltes vorge⸗ ſchoben waren, und nur ein matter Lichtſchimmer durch dieſelben drang, wähnte er vielleicht war es auch nur ein wachender Traum eine liebliche Melodie berühre ſein Ohr. Als er lauſchte, verſiel er in jenen halb wa⸗ chenden halb träumenden Zuſtand, der nach einem feſten durch Anſtrengungen herbeigeführten Schlafe ſo köſtlich iſt; die Sylben klangen jedoch ganz deutlich und er fürchtete ſich zu bewegen, aus Furcht, die ſanſten Töne moͤchten ſich als eine Illuſion des Ohres im Traume erweiſen.

Der Text der Melodie folgt hier; er wurde in einer hellen, vollen Stimme geſungen, welche Ivan als die des jungen Conrin zu erkennen glaubte.