—
5
es jetzt wagen, wieder ſchneller als dieſe zu reiſen. In dieſer Abſicht verließ er die Geſellſchaft, als ſte ge⸗ lagert hatte, um eine der zahlreichen wandernden Ban⸗ den ſeines Volkes, von denen er gehört hatte, daß ſie ſich in der Nachbarſchaft aufhielten, aufzuſuchen.
Er kehrte am nächſten Morgen vor Tagesanbruch mit der Nachricht zurück, daß er einen Wagen aufgetrie⸗ ben habe, welcher in kurzer Entfernung vorwärts warte, wohin er den Ivan und ihren jungen Gefährten führte, ehe die Pilger ihren Marſch begonnen hatten. Dieſe waren, wie ſich denken läßt, bald weit hinter ihnen. Es gluͤckte den Reiſenden, Pferde und Wagen beſtändig zu wechſeln, entweder bei befreundeten Stämmen der Zigeuner oder bei Bauern, mit denen ſie in Verbindung traten, ſo daß ſie ſich bald den Gränzen des Reiches nahten, deren Ueberſchreiten wieder eine neue Schwie⸗ rigkeit bot und einen neuen Wechſel der Verkleidung erforderte.
Seit ſie die Bande der Pilger verlaſſen hatten, hatten Ivan und ſeine Gefährten ſo viel als möglich eine ſüdweſtliche Richtung auf Querſtraßen und Neben⸗ wegen eingeſchlagen, ſowohl um der Beobachtung zu ent⸗ gehen, als auch, weil Javis mehr Ausſicht hatte, in den unbewohnteren Gegenden einige wandernde Stämme ſei⸗ nes Volkes zu begegnen. Erkundigungen zufolge, die er eingezogen hatte hoffte er eine Bande von ihnen in der Nachbarſchaft des Pruth gelagert zu finden. Die Reiſenden näherten ſich nun dieſem Fluſſe, wo er das Fürſtenthum Moldau von der ruſſiſchen Provinz Beßarabien trennt; ihr größtes Wageſtück beſtand nun darin, die ruſſiſchen Poſten an der Grenze zu paſſiren, obgleich ſie auch noch andere Gefahren zu beſtehen hatten, durch die zahlreichen von der kaiſerlichen Regierung ausgeſchickten Spionen, deren Wirkung ſich bis an die Grenzen der türkiſchen Provinzen erſtreckt.
Während ſie weiterreiſten, bemerkten ſie eine Perſon vor ſich, die ſang und jauchzte, hie und da ſtillſtand,


