186. Der alte Commodore.
Lokale, wie dieß hier iſt, ein ſo höflicher und zuvorkom⸗ mender Haarkünſtler ſo wenige Kunden hat?«
„Bloß, Sir, weil ich ein Ausländer und„refugié,:
bin. Unter den Leuten, die in dieſer Stadtgegend woh⸗ nen und verkehren, iſt dieſer Umſtand mir eben ſo mch⸗ theilig, als er in einem anderen Quartiere mir zur Empfehlung gereichen würde.«
„Wozu aber überhaupt dieß Geſchäft treiben? Un⸗ ſere Regierung hat ſich gegen Perſonen ihrer Art höchſt liberal gezeigt.«⸗
»Ach, mein werther Sir, durch die allzu große Gut⸗ müthigkeit des einzigen. Sprößlings meiner Familie habe ich auf höchſt unſchuldige Weiſe die Gunſt der Regierung verſcherzt. Wir wurden angeklagt, einen Spion verſteckt gehalten zu haben.«
»Wie? und dem war ſo, mein Lieber?« fragte Mr. Plumerſand haſtig.
»Mon Dieu! wie können Sie das glauben? Der
junge Mann, dem wir Zuflucht gewährten, war nichts
weniger, als ein Spion, wenngleich er unſchuldig in Verwickelung gerathen war; in Verwickelung von ſo peinlicher Art, daß er, um ſeine höchſt ehrenwerthe und ausgezeichnete Familie nicht mit in ſeine Mißhelligkeiten zu ziehen, er lieber ein Ausgeſtoßener und Irrwanderer bleiben will, als Schritte thun, die ihn zuverläſſig An⸗ geſichts ſeines Vaterlandes rechtfertigen würden.« 3
» Und ſein Name— ei, ei! ſein Name?«
»Den darf ich ihnen nicht nennen. Auch habe ich mich wenig in ſeine Angelegenheiten gemiſcht. Uebri⸗ gens befindet er ſich jetzt in Sicherheik.«
„»Wenn er unſchuldig iſt, ſo freut es mich.⸗
»Plait-il, Monsieur? Was befehlen Sie?«
»Ich weiß es ſelbſt nicht recht. Mich dünkt, ich
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