Der alte Commodore.
rung war fürchterlich; maͤchtig wurden durch ſte tau⸗ ſend Perrückenköpfe und Köpfe unter Perrücken erſchüt⸗ tert. Die Brüderſchaft der Bartſcheerer und Haar⸗ kräuſeler xang die Hände, oder hielt verzweiflungsvoll den Puderquaſt und die Brennzange empor, und geſtürzt lagen ihre Laren, in Geſtalt naſengeſchundener Per⸗ rückenköpfe; und von dem Stoße, den das Perrücken⸗ weſen um jene Zeit erhielt, hat es bis zur Stunde ſich noch nicht wieder erholen können. O, wie ſind die Maͤchtigen ſo tief gefallen! Dufthändler und Bart⸗ philoſophen haben die Trümmer des Perrücken⸗ und Haarkräuſeler⸗Reiches unter ſich getheilt, allein die amt⸗ liche Würde der Wiſſenſchaft iſt für immer dahin. Noch immer nur mit ſich ſelber zu Rathe gehend, guckte Plumerſand in die elegankeſten und beſuchteſten Haarkräuſelerladen; er ſuchte ein Geſicht, das ermuthi⸗ gend ausſähe, eine Bude, die kundenleer ſein möchte. Allein die Modelokale der Hauptſtadt wollten ihm die⸗
ſen erſehnten Doppelvortheil nicht bieten. Endlich ge⸗
rieth er in eine nicht zu nennende Gaſſe, die; je nach⸗ dem die Jahreszeit es geſtattete, mit Grünhökern, Koh⸗ lenhändlern und Auſternverkäufern angefüllt war. Es
mangelte hier nicht an Barbierſtuben, wohl aber man⸗
gelte es dieſen an Zuſpruch. In einer derſelben erſpä⸗ hete er einen magern, jedoch ziemlich gebieteriſch ausſe⸗ henden Mann, der zwar gebeugt, jedoch weniger vom Alter, als vielmehr von ſeinem Gewerbe gebeugt er⸗ ſchien, und ein ungeheures Raſirmeſſer auf ellenlangem eingeſchmierten Lederriemen ſtrich.
Mr. Plumerſand erkannte ſofort, daß er vor keinem gewöhnlichen Manne ſtand. Mit der anmuthigen Leich⸗ tigkeit eines Hofherrn ließ der Barbier ſeinen Streich⸗ riemen ſinken, und machte eine Verbeugung, in der
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