Der alte Commodore. 183
ſaͤchlich dazu, vor der Hand die beſten Künſtler aufzu⸗ treiben, die ſeinen äußeren Menſchen herausputzen und neu ſtaffiren möchten.
Seiner ernſten Erwägung bot ſich ein höchſt lächer⸗ licher, zugleich aber höchſt wichtiger Punkt dar. Miß Roſa hatte deutlich ihren Widerwillen gegen Dumm⸗ köpfe ausgeſprochen. Beſaß er Beredtſamkeit und ein⸗ nehmendes Weſen genug, nicht nur des Mädchens Wi⸗ derwillen gegen ihn ſelbſt, ſondern auch gegen ſeinen Zopf, zu überwinden? Das war ein kizlicher Punkt, und thöricht dürfte es ſein, wollte er ſich bequemen, eine gedoppelte mühevolle Arbeit zu übernehmen. Er mußte ſich hierüber Raths erholen, und begab ſich zu einem Modefriſeur in Saint James.
Es war zur Zeit einer für das Perrückenweſen höchſt wichtigen Epoche. Der Kampf deſſelben war im Gange, ja war auf ſeiner höchſten Höhe— es war ein Kampf zwiſchen dem natürlichen Krauskopfe und dem künſtlichen Lockenwulſte. Faſt alle Jüngeren hatten ſich zu derjenigen Partei geneigt, die das Haar'au naturel“ trug; ſie Alle faſt hatten, außer bei einigen außeror⸗ dentlichen Gelegenheiten, den Puder gänzlich verbannt. Perſonen mittleren Alters ſchwankten zwiſchen beiden Arten von Hauptſchmuck, während die Hochbetagten— wie das Alter gemeiniglich thut— den alten Gebräu⸗ chen anhingen.
König und Hof entſchieden ſich für die Perrücken, die mehr oder minder bezopft, mehr oder minder lockig waren; immer aber durften es nur Perrücken ſein, die ſich im Glanze der Königswürde ſonnten. Die jüngeren Prinzen hatten inzwiſchen angefangen, ihr eigenes Haar, und dieß ohne allen anderen Schmuck, als den, zu tra⸗
gen, den die Natur ihnen gewährt hatte. Dieſe Neue⸗


