Der alte Commodore. 169
im Herzen dieſe Umwandlung, zweifelte jedoch an deren Dauer.
Das Frühſtück ward unter Fröhlichkeit verzehrt, die Geſellſchaft, die des Guten reichlich zu ſich genommen und es dabei an Höflichkeitsreden nicht hatte fehlen laſ⸗ ſen, brach auf, und Oheim und Neffe nebſt dem gemüth⸗ lichen Underdown, begaben ſich mitſammen, um nicht geſtört zu werden, in die Hinterkajüte.
Viel Feierliches ließ nun Sir Octavius in ſeinem Weſen blicken, und begann die Unterredung damit, daß er ſeines Neffen ganze Aufmerkſamkeit erbat. Dann fuhr er fort:
»Bisher, Oliver, haſt Du Dich nicht ſonderlich um meine Freundſchaft beworben. Zweifelsohne war das meine Schuld, und ich geſteh' es; fährſt Du aber in ſolchem Benehmen fort, ſo wird die Schuld auf Deiner Seite ſein.«..
Kapitän Oliphant verſprach Alles und Jedes.
„»Nun, Oliphant,« ſagte der Commodore,»in mei⸗ nen Jahren iſt es natürlich, für Diejenigen, welche nach uns kommen müſſen, unſere Anordnungen zu treffen. Meinem theuren Freunde Underdown hab' ich's zu dan⸗ ken, daß, trotz meiner Achtloſigkeit und meiner Abnei⸗ gung gegen jegliches Geldgeſchäft, meine Güter ſich wun⸗ derſam verbeſſerten, und meine Einkünfte ſich ſchier ver⸗ doppelten. Wer wird, nach meinem Hintritte, deß Allen ſich zu erfreuen haben, Noll? wer, da der arme Augu⸗ ſtus jetzt im Himmel iſt? Jenes entſetzliche Ergebniß, das anfänglich mich in thieriſchen Stumpfſinn verſetzte, der jahrelang anhielt, hat mir allendlich die Augen ge⸗ öffnet, und mir gezeigt, wie ich ſo wenig meinem Le⸗ benszwecke entſprach, indem ich durchaus nur mir ſelber lebte. Du wunderſt Dich, mich ſo reden zu hören—


