166 Der alte Commodore.
ſeiner Ueberraſchung erholt hatte, und nun die Hand hinſtreckte, um des Oheims Hand zu ſchütteln.
»Nein!« war des Oheims Entgegnung, der ſich wen⸗ dete, ſo daß der junge Kapitän, lächerlich genug, ſtatt der lebenden Rechten, die eherne Hakenfauſt des Alten ergriff.
»Ich will hoffen, daß ich Sie nicht beleidigte, Sir Octavius?« ſagte der Neffe, der mit einigem Stolze zurücktrat, und das kalte Eiſen losließ, als ob er ſich daran gebrannt hätte.
»Hieher,« ſagte der Alte, und hakte den Jungen bei'm Kragen immer weiker weg bis unter den Vor⸗ ſprung der Puppe, ſo daß das Geſpräch der Beiden den Umſtehenden unvernehmbar ward.»Warum lag man denn geſtern außerhalb ſeiner Station, und das zumal in dieſen kritiſchen Zeitläufen?«
»Sir Octavius, der Steuermann der Belladonna“, war der Meinung, ihr müßte das untere Takelwerk ſtaffirt werden, wenn ſie bei hochgehender See nicht ihre unteren Maſten einbüßen ſollte.«
»Hm! unteres Takelwerk! ſchlechte Entſchuldigung das! Du junger Schlucker biſt hinter'ner Dirne her⸗ geweſen. Solches wird aber weder von Seiner Maje⸗ ſtät Dienſtordnung, noch von mir geſtattet— weiß man das? Und jetzt, da wir der Kajüte ſo nahe ſind, magſt Du mit mir eintreten, die Thür hinter uns zumachen, und mir friſchweg Alles haarklein erzählen.«
Kapitän Oliphant hatte freilich Vieles zu erzählen, fürchtete aber, von dieſem Vielen würde Vieles ſeinem Zuhörer durchaus nicht behagen, und wußte daher nicht, wo er anfangen ſollte.
»Neffe,« fuhr der Onkel fort,»ich kann Dir ſagen, daß Du einen herzlich dummen Streich machteſt. Wir
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