Der alte Commodore. 163
Gangweg in die See warf, ſetzte er hinzu,»und möge ihr Verzeichniß ſo aus unſerem Gedächtniß wegge⸗ ſchwemmt werden, wie der Wind dieſe Papierſtreifen verweht! Ihr Alle aber müßt bedenken, daß ich mei⸗ nem Vaterlande ſchon diente, ehe noch die Meiſten von Euch auf der Welt waren. Ich ſage das nicht mir zum Prunke, ſondern Euch einleuchtend zu machen, daß ich meine Pflicht kenne, und Euch zu Erfüllung Eurer Pfiicht anzuhalten weiß. Ich kann Euch handhaben, und ſage Euch nochmals, daß auch ich leicht zu hand⸗ haben bin. Ich gebe ſelten Pardon, laſſe mir aber auch Zeit, nach Strafbaren zu ſuchen. Darnach thut. Zeigt mir, Ihr Leute, den echten Geiſt brttiſcher Matroſen, und ich will Euch die Nachſicht und Liebe eines Vaters zeigen. Ich denke das ſchwarze Regiſter fortan ſelbſt zu führen, und will hoffen, es habe, noch ehe ich deſſen erſte Seite voll ſchreiben konnte, mit meinem Commando ein Ende. Jetzt poltert hinunter zu Eurem Eſſen und Eurem Grog; bedenkt aber, daß eine ernſte Hand über Euch iſt, die jedoch niemals ſtrafend auf Euch fallen wird, ſo lange Ihr nicht ſelber Strafe über Euch bringt; daun aber— hütet Euch!«
Die Mannſchaft war, um uns ihres eigenen Aus⸗ drucks zu bedienen, backgetrieben. Solches Verzeihen im Großen machte ihnen beinahe die Menſchenfreundlich⸗ keit, aus welcher es hervorgegangen war, verdächtig. Dem mochte übrigens ſein wie ihm wollte, ſo ver⸗ zehrte an dem Tage doch keine glücklichere Mannſchaft, ſo Offiziere wie Matroſen, als die vom„Donnerkeil“, ihr Mittagseſſen.
Der Commodore hielt ſtrenge Aufſicht über die Mannszucht ſeines Geſchwaders. Er pflegte von Schiff zu Schiff zu fahren, und die Tüchtigkeit der Männer
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