160 Der alte Commodore.
den Kanal hinab. Alles am Bord des Donnerkeils war ſchmuck, und nachdem der Commodore von Stern zu Schnabel das Schiff nochmals durchmuſtert hatte, äußerte er gegen den Kapitän laut und öffentlich ſeine Zufriedenheit mit Schiff und Mannſchaft; ein Lob das, Allen höchſt erfreulich ſein mußte, indem es aus dem Munde eines ſo überaus wohlerfahrnen Seemanns kam, wie der alte Commodore war.
Kapitän Edward Egerton— denn auf dieſer Fahrt hatte der alte Commodore es nicht verſchmäht, einen Kapitän unter ſich zu haben— war ein Mann von feinem Benehmen, etwa vierzig Jahre alt, ein wacke⸗ rer Offizier und ein braver Seemann, der vielleicht ein wenig zu ſtreng auf Mannszucht hielt. Die Welt ſteckt voll von Widerſprüchen, und ſo haben wir nicht Un⸗ recht, wenn wir behaupten, daß Gerechtigkeit in ihr bisweilen ſehr ungerechterweiſe gehandhabt wird; das heißt, es können Beſtrafungen ſtreng nach dem Geſetze und doch dabei auf überaus ſchändliche Weiſe angewen⸗ det werden.
Davon verſtand Kapitän Egerton jedoch nichts. Es gab Kriegsartikel, geſchriebene Inſtructionen und das Herkommen auf der Flotte. Dieſe waren der Mann⸗ ſchaft eben ſo genau als ihm bekannt. Wurden die⸗ ſelben von der Erſteren verletzt, ſo war dieſe, nicht er es, wodurch die neunſchwänzige Katze in Bewegung ge⸗ ſetzt ward. Er war bloß ein Werkzeug, ein Automat, das die grauſame Maſchine ihr Thun vollführen ließ. So folgerte Kapitän Egerton, beklagte dabei die Ver⸗ blendung der brittiſchen Matroſen, nanute ſich einen höchſt menſchenfreundlichen Mann, und ließ darauf los peitſchen.
Bei den beßten Abſichten und den wohlwollendſten


