Der alte Commodore. 157
Elftes Kapitel.
*» Geheimnißvoll verhehlt der gute Greis Des Freundes Schuld, und tadelt ihn verhehlend. ⸗ Altes Schauſpiel.
Beklagenswerth iſt es, daß ein Romanſchreiber nicht drei oder vier Ergebniſſe zu gleicher Zeit erzählen, ſei⸗ nen Leſern nicht die geringfügige Gabe der Allenthal⸗ benheit ertheilen kann. Ich rühme mich nicht; ich bin ein durchwetterter, hochbetagter Seemann. Ich ver⸗ ſtehe mich gar nicht auf die Kunſt der Schrittſtellerei; mir bleibt, meine Vorfälle unter die Augen zu legen, kein anderes Mittel, als das der Katze, wenn ſie ihre Jungen von einem Orte an den anderen gebracht wiſſen will. Einzeln nimmt ſie zwiſchen die Zähne und ſchleppt ſie hin wohin ſie ſollen; juſt ſo mach' ich's mit den Helden meiner Geſchichte.
Waäͤhrend ich die Liebesgeſchichte des Neffen vor des Leſers Augen führte, habe ich den Oheim, den grimmen alten Commodore weit hinter mir gelaſſen.— Holen wir ihn nach, ſo gut es gehen will!
Sir Octavius Bacnuiſſart begab ſich in aller Haſt nach Plymouth. Dort angelangt, machte er dem Ad⸗ miral ſeine Aufwartung, empfing ſein Patent und ſeine Jaſtructionen, begab ſich ſodann an Bord des Douner⸗ keils“ und hiſſete ſeinen breiten Wimpel auf. Schon bei dem bloßen Gerüchte von ſeiner Wiederanſtellung waren die Donnerkeilerer wie verdonnert. Die Offi⸗ ziere ſuchten um Erlaubniß nach, ſich verſetzen zu laſſen,


