Der alte Commodore.
ſeit Kurzem aus dem Kindesalter in das Jugendal übertrat, betrachte ich die Handlungen desjenigen I⸗
dividuums, das mich als Kind darſtellte, nicht meh als geltend, wohl aber muß mein Ingendalter Alles anfbieten, um Thorheiten und Irrthümer meiner Kin⸗ derjahre wenn möglich zu beſeitigen und wieder gut zu machen; namentlich aber die Thorheit, daß ich je⸗ mals in einen Mann verliebt war, der alt genug iſt, mein Großvater zu ſein. Dennoch ſehe ich mich nicht mehr zu einem Bündniſſe verpflichtet, in das ich in meiner Identität als Kind etwa mich eingelaſſen ha⸗ ben mag.
» Dieß iſt Logik; und gelegentlich will ich ſie Ihnen durch Citate aus franzöſiſchen Autoren bekräf⸗ tigen. Jetzt erſt weiter in meinem Texte. Das In⸗ dipiduum der Identität meiner Kindheit hegte keine Ab⸗ neigung gegen längliche Geſichter, haſengraue Haare und lange Dünnzöpfe; beſonders nicht gegen letztere; denn jenes Individuum zupfte gern an letzteren, und hing ihnen Sägemännchen und Springteufelchen an — Spielereien, vor deuen mein Jugendalter einen ganz entſetzlichen Abſcheu hat. Vielleicht daß in mei⸗ nem Greiſenalter, falls wir Beide ſo lange leben, mir das Spielen mit ſolchen Schnurrpfeifereien wieder Spaß macht; ſollten wir dann Beide noch unverehe⸗ licht ſein, ſo könnte ich, oder philoſophiſcher geſprochen, ſo könnte das Individuum meiner Identität alsdann wohl geneigt ſein, auf das Eheverſprechen in den Kin⸗ derjahren wieder zurückzukommen; jedoch verſtehen Sie mich recht— eher niemals!
„»Sie ſehen, verehrter Herr Vormund, welche Mi)he ich mir gegeben habe, mir jene Grundſatzfeſtig⸗ keit anzueignen, die Sie mir durch den Curſus fran⸗


