Der alte Commodore.
ſchlürfter Latwerge und unbeobachteter Diät. Für⸗ wahr, als der Commodore ſich vom Bette erhob, ſteckte er voll von den unangenehmſten Erwartungen. Gegen elf Uhr Vormittags ward eine leiſe Entladung von Flüchen, wie das ferne Schießen eines Artillerieparks gehört, das die große Haustreppe hinunterrollte, dann plötzlich lauter wurde, bis die Thür des unteren auf den Garten hinausführenden Wohnzimmers aufgeriſſen ward, und der alte Commodore, zu beiden Seiten von einem Diener unterſtützt hineintrat. Der Tag war herzerheiternd ſchön, und im Zimmer tanzten die Son⸗ nenſtrahlen, als zitterten ſie freudevoll durch Blumen und Laubwerk, womit die Fenſter umwachſen waren. Schweſter Mathilde hielt den Vorſitz am Frühſtück⸗ tiſche, und Rebekka ſprang ohne weiteren Plan umher, um der Wildheit ihrer Stimmung Luft zu machen. Der alte Commodore ward unter gehöriger Förm⸗ lichkeit in ſeinen geräumigen, kiſſenreichen Lehnſtuhl geſetzt; ſeine Gichtpfühle ſchob man ihm ſorglich und behutſam unter den ihm ſchmerzenden Fuß, und ihm zur Rechten ward ſeine ungeheure runde Röllchenta⸗ backsdoſe geſtellt. Anfänglich, als er in den Seſſel ſank, ſah man ſein Geſicht zu jenem Ausdrucke hinauf⸗ geſchraubt, den die Mienen anzunehmen pflegen, wenn ſie verſuchen, die Bedeutungen heftiger körperlicher Schmerzen zu verbergen. Als das durch die mit dem Treppenſteigen verbundene Anſtrengung erzeugte Weh allmälig nachließ, und der luſtige Sonnenſchein über den glänzenden Apparat zur erſten Tagsmahlzeit hinhüpfte und neckiſch auf den ſchattigen Formen der Blätter und Blumen auf dem Teppiche ſpielte, als die duftige Luft durch die halbgeöffneten Fenſter ſich in das Zim⸗ mer ſtahl, als des Alten Auge auf die zarte und Nach⸗


