Der alte Commodore. 9
wäre? Nach einigen Umſchweifen im Vortrage ver⸗ ſtand Ihre Majeſtät die Königin endlich, daß ſeit der Zeit des fünften Harry das Haupt der Familie Ba⸗ cuiſſart ſich des Vorrechtes rühmte, nicht beengender als ein Officier vom Regiment der Hochſchotten geklei⸗ det an den Hof zu kommen; eines Vorrechtes, daß dem „ Baronet die Wahl ließ, ſich daſſelbe von der Krone
—
von Jahr zu Jahr abkaufen zu laſſen, oder demſelben,
wenn er ſolchen Abkauf nicht geſtatten wollte, zu jeder 6 Zeit zwiſchen den beiden erwähnten Heiligentagen nach⸗ zuleben.— Irder, der nur die leiſeſte Ahnung von Philoſophie hat, muß einſehen, daß eine Nachricht, wie dieſe, für einen Hof eben dieſelbe Konvulſion iſt, die ein Berg bei einem Erdbeben erleidet. Es lag in ihr etwas
Schauerliches, Unklares, Unbegreifliches. Die älteren Damen fühlten beſonders, wie das Haar ſich ihnen 1 ſteifte, und wie ihre hegeren Buſen ſich in ihren widerſpänſtigen Schnürleibern ſträubten. Die Neuigkeit
flog, wie der Brand einer Zündruthe, durch jeglichen Korridor des Palaſtes. Köche, Küchenjungen und Küchenjungengehülfen empfingen die ſtaunenerregende Kunde und beſalbaderten ſie, bis ſie, mit Hülfe von Zuſätzen, Verdrehungen und Anmerkungen, als ſie die äußeren Schloßſchildwach erreichte, ſich zu der grauſen⸗ erweckenden Nachricht geftaket hatte, daß die Meuterei des Nore ſich erneuert hätte, und daß der fechtende alte Commodore um eine Bittſchrift wegen Abhülfe 5 von funfzehn Yards langen Uebelſtänden gegen Saint James an der Spitze ſeiner Kahnmatroſen, alleſammt in adamitiſchem Zuſtande, heranzöge. Nachdem dieß Gerücht ſeine Runde durch die Wacht⸗
ſtube gemacht hatte, kehrte es, wie es ſich geziemte,
—


