Der alte Commodore.
»Wie? müſſen? erröthen müſſen? und alle Da⸗ men? Das wär' abſcheulich, ganz abſcheulich!«
»Möchte Ihre huldreiche Majeſtät ſich herablaſſen, zu errathen, wie er demnach zu kommen ſich berechtigt nennt—— hihihi— oh!«
„Vielleicht ohne Schuhe und Strümpfe?« meinte der argloſe Monarch, während die Königin ihr Eſſig⸗ glas verlangte, und der junge Page der Königin mitt⸗ lerweile dem Ehrenfräulein den Arm zwickte, daß dieſe den leckerſten feinen Schrei ausſtieß, den man ſich nur denken kann. Es ſchien eine ſchauerliche Kriſis einzu⸗ treten, und Sir Rigglesbif ward mit jedem Momente feierlicher und wichtigthnender. Endlich ſprach er mit höchſt anmuthvollem Grauſen:„Mit Majeſtät allergnä⸗ digſtem Verlaub, er iſt rebelliſch genug, es zu wagen ſeine Frechheit noch höher zu treiben.«
Die königlichen Lippen, durch deren Zucken die Welt zur Ehrfuncht geuöthigt ward, ließen es ſich gefallen, ſich zu einem wohlgeformten Kreiſe zu runden und den monarchiſchen Athem als ein leiſes Gepfeif hervorquil⸗ len zu laſſen, und obendrein als ein Gepfeif, das ziem⸗ lich luſtig klang. Daß das königliche Gemüth ſich ge⸗ kitelt fühlte, dürfen wir zu behaupten uns nicht an⸗ maßen; doch können wir ſolches von der königlichen
Naſe wohl vermuthen, ſintemal dieſe eine ſtarke Rei⸗
bung von dem Zeigefinger der königlichen Rechte erlei⸗ den mußte.
Der Königin mußte jedoch erſt noch Aufklärung werden. In ihrem prächtigen Deutſch⸗Engliſch, wel⸗ ches nachzuahmen wir viel zu loyal ſind, fragte ſie den Sir Rigglesby, wie denn jener barbariſche Commodore
zu Hofe kommen wollte, da dieſer doch der geregelteſte,
keuſcheſte und ſittigſte Hof in der ganzen Chriſtenheit
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