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zu rauheren Klängen, ſie fühlte ſein Herz mehr und mehr erkalten und ſeine Liebe ſich in Gleichgültigkeit, vielleicht in Haß ſogar verwandeln.—
Sie hatte ihrer Liebe ihr ganzes Herz zu eigen gegeben, aber ſie fühlte Tag um Tag, und Stunde um Stunde, wie das Herz ihres Gemahls mehr und mehr erkaltete. Sie fühlte es mit furchtbarer, herz⸗ zerreißender Gewißheit: Sie war ſein mit ihrer gan⸗ zen Liebe. Aber er war nicht mehr der Ihre.
Und ſie zermarterte ihr Herz, um zu erforſchen, weshalb er ſie nicht mehr liebe, was ſie verbrochen, daß er ſich von ihr gewendet. Seymour hatte nicht den Zartſinn und die Großmuth, ihr ſein Inneres zu verhüllen, und endlich begriff ſie, weshalb er ſich von ihr gewendet. 3
Er hatte gehofft, daß Katharina die Regentin von England, daß er alſo der Gemahl der Regentin ſein werde. Daß ſie es nicht geworden, daran war ſeine Liebe geſtorben.
Katharina fühlte das, und ſie ſtarb daran.
Aber nicht plötzlich, nicht auf einmal erlöſte ſie der Tod von ihren Schmerzen und Folterqualen.
Sechs Monate hatte ſie mit ihnen zu leiden und zu ringen. Nach ſechs Monaten ſtarb ſie.
Unheimliche Gerüchte verbreiteten ſich bei ihrem Tode, und nie ging John Heywood an dem Grafen Seymour vorüber, ohne daß er mit einem zornigen Blick ihn anſchauete und ſagte: Ihr habt die ſchöne Königin ermordet! Leugnet es, wenn Ihr könnt!
Thomas Seymour lachte und hielt es nicht der Mühe werth, ſich gegen die Anſchuldigungen des Narren zu vertheidigen.


