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und vergönnt mir, an Eurer Seite zu ſtehen und für Euch zu beten, während der Erzbiſchof die heilige Handlung vornimmt und aus der Königin eine Grä⸗ fin Sudley macht. Möge Gott Euch ſegnen, Katha⸗ rina, und Euch all das Glück geben, deſſen Ihr würdig ſeid!—
Und Prinzeſſin Eliſabeth knieete an Katharinens Seite, als der Erzbiſchof ſie einſegnete zu dem neuen Ehebunde, und während ſie betete, glitt ihr Auge wieder hinüber zu Thomas Seymour, welcher dort drüben neben ſeinem jungen Weibe ſtand. Katha⸗ rinens Antlitz ſtrahlte in Schönheit und Glück, aber auf Thomas Seymour's Stirn lagerte noch immer die Wolke, welche ſich an jenem Tage darüber hinge⸗ ſenkt, als das Teſtament des Königs eröffnet ward, dieſes Teſtament, welches die Königin Katharina nicht zur Regentin machte und damit Thomas Sey⸗ mour's ſtolze und ehrgeizige Plane vernichtete.—
Und dieſe Wolke blieb auf der Stirn Thomas Seymour's. Sie ſenkte ſich tiefer und immer tiefer herab, ſie überſchattete bald Katharinens Liebesglück, und weckte ſie aus dem kurzen Traum ihrer Seligkeit.
Was ſie gelitten, wie viel ſie erduldet an geheimer OQual und verſchwiegenem Weh, wer kann das wiſſen und ermeſſen wollen? Katharina hatte eine ſtolze und keuſche Seele; ſie verhüllte ſich züchtig vor der Welt mit ihren Schmerzen und mit ihrem Gram, wie ſie es mit ihrer Liebe einſt gethan. Niemand ahnte, was ſie litt und wie ſie rang mit ihrem zertretenen Herzen.
Sie klagte niemals, ſie ſah Blüthe nach Blüthe abfallen von ihrem Leben, ſie ſah das Lächeln ver⸗ ſchwinden von dem Antlitz ihres Gatten, ſie hörte ſeine anfangs ſo zarte Stimme ſich allmälig verhärten


