Teil eines Werkes 
3. Band (1858)
Entstehung
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Glück, ihrem Geliebten angehören, die Gemahlin Thomas Seymour's ſein zu dürfen.

Und dieſes Glück ſollte ihr werden. Dreißig Tage nach dem Tode König Heinrich des Achten ward ſie die Gemahlin des Groß⸗Admirals Thomas Seymour, Grafen von Sudley. Der Erzbiſchof Cranmer ſegnete in der Kapelle von Whitehall ihre Ehe ein, und der Lord Protector, jetzt Herzog von Sommerſett, ſonſt Graf von Hertfort, Thomas Seymour's Bruder, war der Zeuge dieſer Trauung, welche man indeß noch als ein Geheimniß behandelte, und von der Niemand weiter Zeuge ſein ſollte. Als man indeß ſich zur Trauung in die Kapelle begab, trat Prinzeſſin Eliſa⸗ beth in derſelben der Königin entgegen und reichte ihr die Hand.

Es war das erſte Mal, daß ſie ſich begegneten, ſeit jenem fürchterlichen Tage, an welchem ſie ſich als Feirinden einander gegenüber ſtanden, das erſte

Kal, daß ſie ſich wieder Aug' in Auge ſahen.

Eliſabeth hatte ihrem Herzen dieſes Opfer abge⸗ rungen, ihre ſtolze Seele bäumte ſich auf bei dem Gedanken, daß Thomas Seymour vermeinen könne, ſie trauere noch um ihn, ſie liebe ihn noch. Sie wollte ihm zeigen, daß ihr Herz ganz geneſen ſei von dieſem erſten Traum ihrer Jugend, daß gar kein Be⸗ dauern und kein Schmerz in ihr ſei.

Sie begrüßte ihn mit einem ſtolzen und kalten Lächeln und reichte Katharinen die Hand.

Königin, ſagte ſie, Ihr ſeid mir ſo lange eine gütige und treue Mutter geweſen, daß ich wohl noch einmal das Recht, Eure Tochter zu ſein, beanſpruchen darf. Laßt mich daher als Eure Tochter der feier⸗ lichen Handlung, welche Ihr vorhabt, beiwohnen