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viel gelitten, Königin, aber Euer Herz blieb rein und ohne Schuld, deshalb dürft Ihr jetzt mit ungetrübtem Gewiſſen auch das Glück willkommen heißen! Zaudert nicht damit! Im Namen Gottes bin ich gekommen, Eure Liebe zu ſegnen und Eurem Glücke die heilige Weihe zu geben. 3
Und ich, ſagte Eduard Seymour, ich habe meinen Bruder um die Ehre gebeten, ihn begleiten zu dürfen, um Euch zu ſagen, Majeſtät, daß ich die hohe Ehre wohl zu würdigen weiß, welche Ihr unſerer Familie erzeigt, und daß ich als Euer Schwager immer ein⸗ gedenk ſein werde, wie Ihr einſt meine Königin, und ich Euer Unterthan war.
Ich aber, rief Thomas Seymour, ich wollte nicht zaudern, zu Euch zu kommen, um Euch zu zeigen, daß nur die Liebe mich zu Euch führt, und daß keine andere Nebenrückſichten mich leiten konnten. Noch iſt das Teſtament des Königs nicht eröffnet, und ich kenne ſeinen Inhalt nicht. Wie es aber auch über uns Alle entſcheiden möge, es wird mir das Glück Eures Beſitzes nicht verringern oder vergrößern kön⸗ nen. Was Ihr auch ſein möget, Ihr werdet für mich immer nur das angebetete Weib, die heißgeliebte Ge⸗ mahlin ſein, und nur um Euch deſſen zu vergewiſſern, bin ich heute ſchon gekommen.
Katharina reichte ihm mit einem bezaubernden Lächeln die Hand. Ich habe nie an Euch gezweifelt, Seymour, flüſterte ſie, und niemals liebte ich Euch heißer, als da ich Euch entſagen wollte.
Sie neigte ihr Haupt an des Geliebten Schulter, und Thränen des reinſten Glückes benetzten ihre Wangen. Der Erzbiſchof von Canterbury legte ihre Hände in einander und ſegnete ſie ein zu Verlobten, und der ältere Seymour, Graf Hertford, neigte ſich


