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beſtegt. Der König hatte auf Erden die Augen ge⸗ ſchloſſen, um da droben als ſchuldbelaſteter Sünder vor Gott ſie wieder zu öffnen.
Drei Tage verſchwieg man ſeinen Tod; man wollte erſt Alles geordnet, erſt die Lücke ausgefüllt haben, die durch ſeinen Tod entſtehen mußte; man wollte, wenn man dem Volke von dem verſtorbenen König ſprach, ihm auch zugleich ſchon den lebenden König zeigen, und da man wußte, daß das Volk nicht weinen würde über den Todten, ſollte es ſich freuen über den Lebendigen; da es keine Trauerpſalmen anſtimmen würde, ſolli⸗ es Jubelhymnen ertönen laſſen.
Am dritten Tage öffneten ſich die Thore von Whitehall, und ein finſterer Trauerzug bewegte ſich durch die Straßen Londons. In dumpfem Schweigen ſah die Bevölkerung ihn vorüberziehen, den Sarg des Königs, vor dem ſie ſo ſehr gezittert, und für den ſie jetzt kein Wort der Trauer und des Bedauerns hatte, keine Thränen für einen Todten, der ſiebenunddreißig Jahre lang ihr König geweſen war.
Nach Weſtminſter Abtei fuhren ſie den Sarg zu dem koſtbaren Grabmal, welches Wolſey dort für ſeinen königlichen Herrn hatte bauen laſſen. Aber der Weg war lang, und die ſchwarzbehangenen Pferde, welche den Leichenwagen fuhren, mußten oft keuchend inne⸗ halten und ausruhen. Und plötzlich, wie der Wagen auf einem der großen Plätze ſtille hielt, ſah man aus dem Sarge des Königs Blut hervorquellen. Es floß in purpurnen Wellen herunter und übergoß die Steine
der Straße. Das Volk ſtand ſchaudernd umher und
ſah das Blut des Königs fließen, und dachte daran, wie viel Blut er an derſelben Stelle hatte vergießen laſſen, denn der Sarg ſtand auf dem Platze, wo man
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