Teil eines Werkes 
3. Band (1858)
Entstehung
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Der König ruft Euch! Der König verlangt in den Armen ſeiner Gemahlin zu ſterben! ſagte John Heywood, und indem er Eliſabeth, welche heftig vor⸗ wärts drängte, ruhig zur Seite und von der Thür fort ſchob, fügte er hinzu: Der König will Niemand mehr ſehen, als den Prieſter und ſeine Gemahlin, und mich hat er beauftragt, die Königin zu rufen!

Er öffnete die Thür, und durch die Reihen der weinenden und jammernden Hofbeamten und Diener ſchritt Katharina dahin, um ſich an das Sterbebett

ihres königlichen Gemahls zu begeben.

XII.

Le roi est mort, vive la reine!

König Heinrich lag im Sterben; dieſes Leben voll Sünde, voll Blut und Verbrechen, voll Verrath und Hinterliſt, voll Heuchelei und betender und händefal⸗ tender Grauſamkeit, es war endlich ausgelebt; dieſe Hand, welche ſo viele Todesurtheile unterzeichnet hatte, ſie ballte ſich jetzt zuſammen in dem letzten Todes⸗ krampf, ſie war erſtarrt, in demſelben Moment, in welchem der König das Todesurtheil für den Herzog von Norfolk unterzeichnen wollte*)! Und der König ſtarb mit dem nagenden Bewußtſein, dieſen Feind, den er haßte, nicht mehr erwürgen zu können; der mächtige König war jetzt nichts mehr als ein ſchwa⸗ cher, ſterbender Greis, der nicht mehr im Stande war,

*) Hiſtoriſch.

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