Teil eines Werkes 
3. Band (1858)
Entstehung
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Euch, und ſelbſt meinem Zorn ſeid Ihr zu gering und zu verächtlich. Aber ich ſage Euch, Ihr habt ein gefährliches Spiel geſpielt und Ihr werdet es ver⸗ lieren! Ihr warbt um eine Königin und eine Prin⸗ zeſſin, und Ihr werdet Beide nicht erlangen, die Eine nicht, weil ſie Ench verachtet, die Andere nicht, weil ſie auf das Blutgerüſt ſteigt!

Sie wollte mit einem wilden Lachen der Thür zueilen, aber Katharina hielt ſie mit kräftiger Hand zurück und zwang ſie zu bleiben. Was wollt Ihr thun? fragte ſie ganz ruhig und gelaſſen.

Was ich thun will? fragte Eliſabeth, und ihre Augen blitzten wie die einer Löwin. Ihr fragt mich, was ich thun will? Zu meinem Vater will ich gehen und ihm ſagen, was ich hier geſehen! Er wird mich

anhören, und ſeine Zunge wird noch Kraft genug

haben, für Euch ein Todesurtheil auszuſprechen! Oh, meine Mutter ſtarb auf dem Blutgerüſt, und ſie war doch unſchuldig. Wir werden doch ſehen, ob Ihr dem Blutgerüſt entgehen werdet, Ihr, die Ihr ſchul⸗ dig ſeid!

Nun denn, ſo geht zu Eurem Vater, ſagte Katha⸗ rina, geht und klagt mich an. Aber zuvor ſollt Ihr mich hören. Ich wollte dieſem Manne, welchen ich liebte, entſagen, um ihn Euch zu geben. Ihr hattet mit dem Geſtändniß Eurer Liebe mein Glück und meine Zukunft zerbrochen, aber ich zürnte Euch nicht, ich begriff Euer Herz, denn Thomas Seymour iſt es werth, geliebt zu werden. Aber Ihr habt Recht, es war für die Gemahlin des Königs eine ſündige Liebe, wie unſchuldig und rein ſie auch immer ſein mochte. Deshalb wollte ich ihr entſagen, deshalb wollte ich, auf das erſte Geſtändniß von Euch, ſchweigend mich ſelber zum Opfer bringen. Ihr ſelber habt das jetzt